Schweden Teil 12 – von Museum MannaMinne bis Hafen Bönhamn

Melli und Finja auf den Felsen

Die Bastion Hemsö und der Berg mit seinem Ausblick auf die Ostsee war schon sehr beeindruckend. Wenn man sich mal überlegt, wieviel Aufwand für den Bau betrieben wurde und dann wurde sie nicht gebraucht, ist schon krass. Und alles nur, um die Russen abzuschrecken. Ein weiteres Highlight war das Museum MannaMinne und der Touristenweg. Mal sehen, ob wir weiter im Norden auch noch so einen Weg finden. Das schöne daran ist, man fährt dann nicht über die Autobahn, welche hier im Land überwiegend eine deutsche Bundesstraße ist.

Museum MannaMinne in Häggvik und Bergaussicht vom Stortorget

Von der Höga Kusten Hängebrücke ging es über die Touristenstraße weiter nach Nordingra. Hierzu hatte uns der Guide gesagt, dass es eine kleine Ruine zu sehen gäbe. Es war eine Kirchenruine, wo nur noch die Grundmauern und ein ganz kleiner Teil des „Kellers“ standen. Im „Keller“ gab es noch uralte Steinplatten zu sehen, die die Zerstörung, welcher Art auch immer, überlebt haben. Ein Stück weiter Richtung See standen noch alte Fischerhütten in Reih und Glied. In Schweden sind Steine allgegenwärtig und werden auch für alles genutzt. So auch hier, um die Hütten auszugleichen.

Fischerhütten in Nordingra
Typische Fischerhütten in Nordingra

Weiter ging es zum Museum MannaMinne. Es ist ein Freilichtmuseum mit vielen Gebäuden, die man auch besichtigen kann. Ein Künstlerpaar hat die ganzen Dinge zusammen getragen und aufgebaut. Es gibt alles mögliche zu sehen, von alten Gebäuden über kleine Dinge wie Schreibmaschinen bis hin zu einem Schiff. Die Sachen stammen aus der ganzen Welt und sie wollten einen Hauch der weiten Welt in diese Gemeinde bringen. Man kann wirklich viel Zeit in dieser kleinen, geschaffenen Welt verbringen.

Zwischendrin gab es noch einen Aufstieg zum Storaberget. Als wir davor standen, sahen wir nur den steilen Anstieg. Ich hatte noch überlegt, ob ich mir das antun soll, aber Basti überzeugte mich dann. Also 150 Hm über eine Länge von 500m. Das war sportlich! Oben außer Atem angekommen hat es sich dennoch gelohnt. Der Ausblick war einfach atemberaubend! Man konnte bis zur Ostsee sehen und die Sonne war auch da. Nach einer Verschnaufpause sind wir wieder runter gelaufen. Da es ab der Hälfte recht steinig war, hat Basti unsere Maus getragen, damit sie nicht soviel springen muss.

Blick über Häggvik
Blick über Häggvik

Es war ein anstrengender Nachmittag und wir sind dann nur noch zum nächsten Punkt gefahren, wo wir auch übernachten wollten.

Weitere Infos zum Museum findet ihr hier:

https://www.hogakusten.com/de/mannaminne

Rotsidan – Naturschutzgebiet mit steiniger Küste

Ein ans Herz gelegter Tipp vom Guide war die Küste Rotsidan. Also fuhren wir in das Naturschutzgebiet Rotsidan, welches zu Höga Kustens Weltnaturerbe gehört, und stellten uns auf den Parkplatz. Sehr witzig war, dass am Anfang der Straße, wo man zum Naturschutzgebiet fährt, ein Schild mit einem Auto und Wohnwagen stand. Es hieß, dass Wohnwagenfahrer ihr „Haus zurück lassen“ sollen und daneben war noch ein Parkplatz zum Abstellen des Wohnwagens. Es war das 1. Mal, dass wir so ein Schild gesehen haben.

Am Parkplatz angekommen waren wir von der Mittagstour ziemlich erschlagen und müde. Wir haben dann beschlossen, erstmal Kaffee zu trinken, später zu essen und zu spülen und erst danach an die Küste zu gehen. Zum einen ist es vielleicht dann leerer, da doch der Parkplatz gut gefüllt war und zum anderen ist es ja eh lange hell bzw wird es ja nicht mehr dunkel. Gesagt, getan und als wir wieder einigermaßen wach waren, ging es mit Decke, Kamera und Drohne an die Küste. Hier sind auch mehrere Sitzbänke und Feuerstellen für die, die nicht auf den Steinen sitzen wollen.

Picknick an der Küste von Rotsidan
Picknick an der Küste von Rotsidan

Es waren tatsächlich nur noch vereinzelt Leute unterwegs und so haben wir uns eine schöne Sitzmöglichkeit auf den Steinen gesucht. Diese waren richtig gut aufgeheizt durch die Sonne. Die Küste besteht aus Diabasgestein, welches durch das Meer richtig glatt und rund geschliffen ist. Da wenig los war, konnte Basti auch die Drohne fliegen lassen.

Küste Rotsidan
Die Küste von Rotsidan
Die Felsenküste von Rotsidan

Wir haben es genossen, allerdings ging die Sonne im Rücken, also hinter den Bäumen, unter. Zurück am Bus sind wir auch direkt ins Bett gefallen. Ich hab sogar am nächsten Morgen ausgeschlafen, was bei mir selten vorkommt, so kaputt war ich von dem Berganstieg am Vortag.

Für Finja musste noch Fleisch gekocht werden. Normalerweise mache ich das immer abends, aber da wir noch unsere Haare waschen wollten, konnte ich nach dem Kochen auch spülen. Gegen Mittag sind wir dann weiter zu unserem nächsten Punkt gefahren.

Bönhamn – kleiner ursprünglicher Hafen

Von Bönhamn erzählte uns der Guide, dass dieser Ort mit Hafen ein Muss ist. Und tatsächlich, er war unglaublich schön zu sehen. Er liegt am Ende einer Straße in einer Sackgasse und hat noch viel Ursprüngliches. Man sieht auch, dass alles gehegt und gepflegt wird. Um die Spitze des kleinen Fjords herum sind die Fischer- bzw. Wohnhäuser auf Stelzen ins Wasser gebaut. Natürlich hat auch fast jeder am Wasser eine Terrasse und ein Boot.

Hafen Bönhamn
Hafen Bönhamn

Zusätzlich gibt es Sitzmöglichkeiten für Besucher oder Gastboote auf „Wasserterrassen“. Man kann hier wohl mit seinem Boot, ob klein oder groß, übernachten und hat dann eine Abgabe zu leisten. Dafür haben sie Boxen aufgestellt, wo man dann sein Geld rein legen kann.

Fischtrocknung in Bönhamn
Fischtrocknung in Bönhamn

Zudem haben sie zahlreiche Holzgestänge mit Haken im Garten oder freien Flächen zum Fisch trocknen. Zu diesem Zeitpunkt hing kein Fisch dran und Basti hat keinen Einheimischen fragen können, welchen Fisch sie hier trocknen. Dieser Ort scheint ein Touristenmagnet zu sein. Als wir auf dem Rückweg zum Bus waren, hatten wir das Gefühl, ein Reisebus hätte Halt gemacht. Dem war nicht so, aber der Parkplatz war gut gefüllt. Es war auch Mittagszeit und viele sind direkt ins Restaurant am Hafen gegangen.

Apropos Restaurant. Viele fragen sich vielleicht, warum wir nicht mal was von einem Essen in einem Restaurant schreiben, so landestypisch vielleicht. Wir haben bisher 2 Mal FastFood gehabt, weil wir Kohldampf hatten, es schnell gehen musste und wir nicht kochen wollten. Ansonsten wurde uns von einem Restaurantbesuch abgeraten. Außer, man bekäme einen richtig guten Tipp. Aber hier in Schweden ist es eher üblich, sich Essen einzupacken, an einen schönen Ort zu fahren und zu picknicken. Essen gehen gibt es hier nicht so oft und die Restaurants haben auch nicht lange auf. Die uns das erzählt haben, waren schon öfter in Deutschland und lieben das dortige Essen, vor allem, weil man es heiß serviert bekommt…….

Noch Strecke gemacht – wir wollen in den Norden

Auf dem weiteren Weg gab es noch eine Gardensbutik, die wir uns ansehen sollten. Dort gibt es landestypische Sachen zu kaufen für Groß und Klein. Was sie dort viel hatten, waren selbst hergestellte Sachen wie Marmelade, Kaffeeliköre und Tonsachen. Allerdings war für uns nichts dabei und so haben wir dann im Bus überlegt, was wir weiter machen sollen. Da das Wetter Regen versprach und wir erstmal keinen weiteren Punkt in der Umgebung hatten, beschlossen wir, Strecke zu machen. Auch mussten wir Frischwasser auftanken und sowieso zur Hauptstrecke zurück.

Unser nächster Übernachtungspunkt, den wir uns ausgesucht haben, war 150 km entfernt, also los. Beim Fahren selber hatten wir Glück mit dem Regen, es war nicht ganz so heftig wie befürchtet. In Umea an dem kleinen Bootshafen angekommen regnete es etwas mehr. Erst standen wir in erster Reihe, sodass wir auf den Fluss schauen konnten.

Doch dann wurde der Regen richtig heftig und wenn ich raus wollte, trat ich in eine Pfütze. Also haben wir uns in die 2. Reihe zu den anderen Wohnmobilen gestellt und konnten trockenen Fußes aussteigen. Da es spät war als wir ankamen, haben wir auch nicht mehr lange gemacht und sind dann auch relativ früh ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen sah das Wetter schon weit besser aus, aber unser 1. Stellplatz war tatsächlich überflutet.

Stellplatz Umea
Vom Regen war der Boden des Parkplatzes extrem gespült worden… 🙂

Weitere Bilder findet ihr in der Fotogalerie Schweden.